Frapalymo-Nov2015-30

Dezembertage

Vorkochen für morgen,
Einkaufen fürs Wochenende,
einen Beitrag überlegen für
die Feier nächste Woche und
den Kindern die Kleider
fürs Konzert waschen und bügeln.
Geschenke besorgen für Weihnachten
und Plätzchen backen und
einen Christbaum samt Kerzen besorgen,
die Sterne durchsehen, die Kugeln ergänzen,
das Menu planen und die Besuche bei den Eltern.
Eine Sylvesterparty organisieren,
die Fasnachtskostüme nähen,
die Urlaubsplanung endlich angehen
und klären, wie die Kinder in welchen
Ferien untergebracht und beschäftigt sind.

Nebenbei noch die Vergangenheit aufarbeiten –
ja, das muss dieses Jahr unbedingt noch …

Innehalten, nachspüren, Worte finden.
Nicht nur im November.

 

Statt „Vorbereitungen“ zu treffen, hat mich der Frapalymo mal wieder ganz bewusst verweilen lassen. Nicht jeden Tag, aber an sehr vielen. Jetzt ist er vorbei, aber vieles wird bleiben.

In einem zweiten Anlauf habe ich den Impuls noch einmal, weniger anlassbezogen umgesetzt:

 

Vorbereitung eines nahrhaften Mahls

Trotz Stadtwohnung ein Gartenstück
organisiert und finanziert

Samen entnommen, getrocknet
und aufbewahrt

Den Kompost mehrfach
umgeschichtet und gesiebt

Das Beet gedüngt, gehakt
und von Unkraut befreit

Pflanzen vereinzelt, gegossen
ausgedünnt und gepflegt

Früchte gepflückt, Stück für Stück,
und Tomatensauce gekocht, eingeweckt.

Als Großmutter starb,
entsorgten wir 46 Gläser.

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Frapalymo-Nov2015-29

Bunte
Impulse umgesetzt
mit eigenen Worten
Frapalymo vereint Dichter / innen
(Ent)Spannung

 

Ein Elfchen war der heutige ganz einfache Auftrag, der sich für eine Art Resümee eignet. Es waren deutlich mehr als elf Wortfreunde beteiligt.

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Frapalymo-Nov2015-28

Wenn’s auch nichts hilft – ein Appell

Die Nachrichten sind schlimm, ich klicke schnell weiter,
mir reicht schon der elendig ausdauernde Fighter,
der in meinem Kopf die Straße beackert
und laut gröhlend vorwärts strebt, dabei noch gackert
wie zehnjährige Gören mit Mamas Schminkkasten,
die sich die Wangen anschmieren mit rosanen Pasten.

Dabei ist doch Krieg und ich will es nicht hören,
ich lass mir die Laune nicht so einfach zerstören,
ich liege im Bett, will eigentlich schlafen,
erwische mich selbst beim sinnfreien Gaffen
auf Twittertweets und Spiegel-Online-Kommentare.
Drum greife ich jetzt in der Nacht zur Fanfare
und blase die Wut zum Fenster hinaus.

Ob islamophob, Terroristen oder Helden,
zu jedem Thema hat wer was zu melden.
Ich kann das Geschrei hier nicht mehr ertragen,
versuch zu beenden mein Grübeln und Fragen
und lege mich artig ins kuschlige Nest,
mach einfach den Was-taugt-meine-Matratze-Test.

Dabei ist doch Krieg und ich will es nicht hören,
ich lass mir die Laune nicht so einfach zerstören,
ich liege im Bett, will eigentlich schlafen,
erwische mich selbst beim sinnfreien Gaffen
auf Twittertweets und Spiegel-Online-Kommentare.
Drum greife ich jetzt in der Nacht zur Fanfare
und blase die Wut zum Fenster hinaus.

Die Politik ist sich einig, wir müssen aufklären,
mit Drohnen und Kampfjets Hassspiralen gebären,
dabei Daten von friedlichen Menschen einsammeln.
Leider fehlt mir der Mann, um mit eintönigem Rammeln
Entspannung zu finden, in den Schlaf rüber zu gleiten
und endlich zu träumen von besseren Zeiten.

Dabei ist doch Krieg und ich will es nicht hören,
ich lass mir die Laune nicht so einfach zerstören,
ich liege im Bett, will eigentlich schlafen,
erwische mich selbst beim sinnfreien Gaffen
auf Twittertweets und Spiegel-Online-Kommentare.
Drum greife ich jetzt in der Nacht zur Fanfare
und blase die Wut zum Fenster hinaus.

Dann werd ich vernünftig, will die Nachbarn nicht stören,
trompete nicht rum, esse lieber noch Möhren
und koche mir Yogi-Tee Frauen-Balance.
Ich pendle mich ein in friedlicher Trance:
Die Welt ist nicht schlecht, ich liebe das Leben,
sie wollen mir beide nur Gutes geben.

Es ist immer noch Krieg, ist nicht zu überhören,
das kann einem die Laune ganz schön zerstören,
man liegt so im Bett, will eigentlich schlafen,
erwischt sich selbst beim sinnfreien Gaffen
auf Twittertweets und Spiegel-Online-Kommentare.
Auch wenn es nichts hilft, greift zur Fanfare
oder zu einem andern Musikinstrument,
spielt eure Wut zum Fenster hinaus,
seid in schweren Zeiten statt leise lieber laut.

 

„Gegenteilifizierung“ habe ich hier versucht, was immer das sein soll. Dies war der Ursprungstext, dessen Gegenteil ihr hier lest. Funktioniert nur bedingt, hat aber großen Spaß gemacht, mal ganz anders zu schreiben.

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Frapalymo-Nov2015-27

As pointed out above
different forms
can be specified
in the specific context
It’s not a necessary condition
or perhaps more precisely
this definition of the term
implies that these forms
are not only different
Based on these insights
we may make one point
More generally
it is this aspect
Or in other words
there is little doubt
As seen above

 

„Verdichtet die Wissenschaft“, forderte Sophie uns diesmal auf. Ich habe mir Worte von diesem wissenschaftlichen Artikel geliehen, der mir zufällig letztens begegnet ist und dessen Inhalt für mich keinerlei Relevanz besaß, obschon er möglicherweise interessant sein könnte. Ist vielleicht nicht fair dem Autor gegenüber, aber es ist ja nicht persönlich gemeint, sondern nur illustrierendes Material für ein spezifisches Konzept.

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Frapalymo-Nov2015-26

Versilbert
Deine Dose
die Gläschen aufbewahrt
Wir schließen mit Grappa
Freundschaftsabend

 

Der Tweet von @birkenbaereine verschließbare zuckerdose, einst ein kleines schlaraffenland“ regte mich zu diesem Elfchen an.

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