Frapalymo-Nov2015-7

Die Mutter der Truppe ist kürzlich verstorben
(Irgendwie kommt’s mir manchmal vor, als wäre
der Laden aus dem 19. Jahrhundert, aber
kann ja nicht sein und ich weiß es auch besser.)
Und auch wenn sie schon lange nicht mehr
in Erscheinung getreten ist (Seit ich dabei bin,
schien sie mir nicht wirklich relevant zu sein.)
fehlt sie nun doch irgendwie, hat im Hintergrund
gewirkt, zusammengehalten, Orientierung gegeben.
Ihr wacher Blick hat nachgewirkt in den Köpfen,
wohlwollend zwar, aber aufmerksam, und in jedem
Fall traditionsbewusst. (Was schon immer so war,
bleibt und muss noch nicht einmal mitgeteilt werden,
ist ja altbekannt, klar, wer dazu kommt akzeptiert
stillschweigend unwissend mitzumachen, sich ein zu
passen ins unbekannte Gute.) Trotz der Zerbrechlich-
keit ihres Antlitzes stand sie mit beiden Beinen
auf dem Boden und rahmte das unbändige Treiben.

(Mal sehen, was jetzt passiert, ob die Truppe die
Kurve kriegt oder sich selbst zerlegt. Wär schade
drum, aber läuft ja häufiger so. Mir sollt’s ja
eigentlich egal sein.) Eigentlich kannte sie nicht.

Frau Paulchen hat mich mit „guido renis barockporträt einer alten frau“ zu diesem Text inspiriert.

nach

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