Frapalymo-Nov2016-23

Einzelne Blättchen neu gekommen
Die Pflanze seit Beginn auf dem Schreibtisch
Der Job ist inzwischen in die Jahre gekommen
Aufgaben, Kollegen, Richtlinien sind vertraut

Die Pflanze seit Beginn auf dem Schreibtisch
Mangels Gießen war sie zwischendurch braun
Aufgaben, Kollegen, Richtlinien sind vertraut
Die Vorlieben der Chefs kannte sie genau

Mangels Gießen war sie zwischendurch braun
Blattkrümel hingen im Teppichboden fest
Die Vorlieben der Chefs kannte sie genau
Routine und Sicherheit sie sehr schätzt

Blattkrümel hingen im Teppichboden fest
Doch nun schien sie wieder blühen zu wollen
Routine und Sicherheit sie sehr schätzt
Heute startete sie ein ganz neues Projekt

Doch nun schien sie wieder blühen zu wollen
Der Job ist inzwischen in die Jahre gekommen
Heute startete sie ein ganz neues Projekt
Einzelne Blättchen neu gekommen

 

Als letzter Formimpuls gab es heute ein grünes Pantun. Leider ist diese Form für mich auch eher eine, die ich mühsam finde, und da mir heute die Zeit fehlt, ist es ein ganz besonders unfertiger Versuch. Aber ich wollte nicht passen.

Mein Pantun ist nur ganz leicht grün, doch um Missverständnissen vorzubeugen: Ich fühle mich mit meiner Mischung aus Sicherheit und Vertrautheit sowie Neues und Gestaltungsmöglichkeiten zur Zeit sehr wohl. Nur die Pflanze gibt es wirklich und ich bin gespannt, ob ich sie demnächst wegwerfen muss oder sie doch wieder zum Blühen kommt und mehr Blätter bekommt.

nach

Schreibende, Schreibinspirierte und -inspirierende, Schreibanleitende, Schreibberatende, schreibt!

3 Gedanken zu „Frapalymo-Nov2016-23

  1. Liebe Heike,

    die Grundidee, die Form für die Beschreibung einer Routine samt gleichzeitigem Durchbruch der Routine zu nehmen, find ich klasse! Die Verse sind in der Tat noch etwas holprig, aber das ist, denke ich, der Situation „Spucke pro Tag ein Gedicht zu einem bestimmten Thema mit einer bestimmten Form aus“ geschuldet und von daher nur allzu verzeihlich. Dranbleiben!

    Liebe Grüße

    Sabine alias Lyrifant

  2. Danke euch beiden.
    Ich finde es spannend: Obwohl ich Pantuns gerne lese, weil durch die Wiederholung ganz automatisch sehr eindringliche Texte entstehen, sind sie für mich immer wieder schwer zu schreiben, es fließt einfach nicht so, während andere Formen gut funktionieren. Mir scheint, das entspricht einfach nicht meinen Rhythmus beim Schreiben und jeder hat so seins. Macht aber nichts, es lohnt sich, immer mal wieder anderes, gerade für einen selbst eher ungewöhnliches zu probieren. Das kann das Repertoire nur ausbauen. Und wer weiß, vielleicht ändert sich mein Verhältnis zu Pantuns ja irgendwann.

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