Dichterin?

Sehr ruhig war es wieder hier in den letzten Wochen und Monaten, auch weil mit Sophies Pause nicht zu Frapalywo-Impulsen gebloggt werden konnte. Doch das ist natürlich nicht der Grund.

Hier nicht gewesen zu sein, bedeutet nicht, dass ich nicht geschrieben habe. Seit drei Ausgaben versuche ich mich in NUN, an anderen, nicht-lyrischen Texten und habe Spaß daran, in Texten von anderen nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. Im Frühjahr habe ich bei der Tagung des Segeberger Kreis das Schreiben mit dem Smartphone erkundet. Vor allem aber durfte ich beim Kunstsommer Irsee von Mirko Bonné lernen. Ein bisschen eine Ehre und besonders ein großartiger Erlebensschatz.

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Frapalyo: Wasser&Weite 1

1

eine richtung nur links
oder rechts und gegen
die uhr die gesamte küste
entlang von strand zu
strand und über felsen
laufen oder gehen
das wasser bliebe stets
nur rechts oder links
die weite auf dieser seite

 

2

An einem sechsten Januar
liefen sie am Ufer entlang
bis am Strand die Sonne
hinter der Biegung verschwand
die Kälte des Schnees
durch die Schuhe
bis zur Brust zog und sie
die Richtung wechselten
schnelleren Schritts
heimwärts marschierten
und plötzlich dieser Gedanke
an ein anderes Leben

 

Das ist mein Beitrag zum ersten Impuls der Wasser & Weite – Frapalywo: Strandläufer.

Frapalymo-Nov2016-30

Gestern im vollen Bus
eine Erzieherin mahnt
Man dürfe nicht singen
wenn so viele Menschen
da seien.

Heute im vollen Bus
ein Mädchen singt laut
Quatsch-Herbst-Lieder
bringt einige Menschen
zum Lächeln

Morgen im vollen Bus
ich singe halblaut
Zumindest wage ich etwas
angepassten Menschen
zu entgegnen

 

Mit „was wir heute sind, sind wir morgen nicht – veränderung“ endet dieser 11. Frapalymo. Was wird aus mir und den anderen Frapalymoist/innen morgen geworden sein? 😉